HomeArt eventsf/stop 2016 in Leipzig
Foto: RT

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Das f/stop Festival findet in der alten Leipziger Baumwollspinnerei statt, ein Ort wie für Kunst geschaffen. Viele Ateliers, einige Galerien und eine sehr entspannte Stimmung. Vom Parkplatz aus erschließt sich einem diese Atmosphäre sehr schnell.

Die Hauptausstellung bildet in der Art von Fotoreportagen aktuelle Ereignisse ab und diskutiert die Rolle von Bildern und Fotografien dabei. Themen sind z.B. die Anschläge in Paris, Flüchtlingsschicksale, ökonomische Krisen. Der Katalog diskutiert die Ausstellung ausführlich.

In Künstlergesprächen wurden einige Arbeiten sehr vertieft. Beeindruckend war die Arbeit von Andreas Langfeld, der eine Fotoreportage der Flucht einer syrischen Familie bis nach Deutschland aus deren mit dem Handy aufgenommenen Bildern zusammengestellt hat. Hinter den Bildern die sich ohne Kontext fast wie Urlaubsbilder darstellen, steckt die Geschichte einer Familie die zusammen in die Türkei flüchtet. Dort will der 15-jährige Sohn nach eineinhalb Jahren endlich wieder zur Schule gehen und macht sich gegen den Willen seiner Eltern alleine auf den Weg nach Deutschland. In Frankfurt lernt er deutsch und trifft später seine doch nach gereiste Familie in Berlin wieder. Eine beeindruckende und sehr sensibel arrangiert Auswahl von Fotos zeigt diesen Weg. Bei genauer Überlegung ist die Arbeit genau so bildmächtig wie die Aufnahme des toten Vierjährigen Alan Kurdi am Strand von Bodrum, deren mediale Wirkung die Ausstellung auch diskutiert.

Die beiden Kuratoren Anne König und Jan Wenzel waren wegen der Paris Photo zur Zeit der dortigen Anschläge in Paris. Bettina Lockemann berichtet in ihrer Arbeit vom leeren Paris am Tag danach. Sie zeigt die Leere und diese Abwesenheit ist das Thema der Arbeiten und zeigt einen weiteren Aspekt von Terrorismus auf, nämlich die Wirkung der Tat die ja auch beabsichtigt ist.

Eine wunderbare Ausstellung, die sehr zum Nachdenken über die Gegenwart und die Welt anregt. Der Katalog ist mit umfangreichen Texten ausgestattet und erlaubt auch ein späteres Nachvollziehen der Ausstellung.